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WM trotz Corona: 11. Jan. 10:00

WM trotz Corona: "Können zeigen, wie professionell Handballer sind"

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Die Endrunde in Ägypten ist auch ein Turnier der Absagen. Österreichs Team ist sich der Vorbildwirkung bewusst. Wenn Thomas Bauer einen kleinen Nachschlag beim Mittagessen will, muss er sich zuerst die Hände desinfizieren und seinen Mund-Nasen-Schutz anbringen. Erst dann darf er wieder zum Buffet. So geht das im Leben des österreichischen Handball-Torhüters schon seit vielen Tagen, und auch in näherer Zukunft werden die Vorschriften und Verhaltensregeln eher noch ein bisschen straffer ausfallen. Am Donnerstag beginnt für Österreichs Herren in Ägypten die Weltmeisterschaft. Die Endrunde ist der erste große Welttitelkampf im Sportjahr 2021. Während viele Sportarten noch immer zögern und abwarten, wie globale Bewerbe in Pandemiezeiten abzuhalten sind, wagt der internationale Handball ein Turnier mit 32 Nationen. „Diese WM ist wichtig für den Ruf des Handballs“, ist Tormann Thomas Bauer überzeugt. „Wir können der Welt zeigen, wie professionell und pflichtbewusst Handballer sind“, sagt der AEK-Athen-Legionär im KURIER-Gespräch. Für den 34-Jährigen ist es das bereits siebente Großereignis im rot-weiß-roten Dress, eine Absage hat der Familienvater nie ernsthaft in Erwägung gezogen. Ganz im Gegensatz zu Österreichs Handballer des Jahres 2019: Fabian Posch vom UHK Krems hat im November entschieden, nicht nach Ägypten zu reisen. Die Pandemie und die ungewisse Lage im Veranstalterland lieferten – neben den steigenden Verpflichtungen im Endspurt seines Studiums – gewichtige Argumente für den Verzicht auf das Großereignis. „Ich habe Riesen-Respekt vor dieser Pandemie“, sagt der 32 Jahre alte Kreisläufer, der dem Team in der Defensive wie in der Offensive fehlen wird. Posch gibt zu, dass es ihn ein bisschen geschmerzt hat, als er in den Vorbereitungsspielen seine Teamkollegen über das Parkett laufen sah. Anders als bei Tormann Thomas Bauer ist für den fünffachen österreichischen Meister eine Endrunde keine Selbstverständlichkeit. Posch gehörte einige Jahre nicht zum Stammpersonal der Nationalmannschaft. Er kämpfte sich erst unter dem neuen Teamchef Ales Pajovic zurück ins Aufgebot. Dem Cheftrainer aus Slowenien musste er dann auch die Botschaft des WM-Verzichts mitteilen: „Sein Verständnis dafür hat mich ein wenig überrascht“, gesteht Posch, für den die frühe Absage „nur fair allen anderen gegenüber“ ist. Außerdem: "Es bringt nichts, zu einer WM zu fahren und nicht zu einhundert Prozent davon überzeugt zu sein." Weniger harmonisch verläuft die Vorbereitung bei den Deutschen. Drei Teamspieler vom frisch gebackenen Champions-League-Sieger THW Kiel sagten kurzfristig ab. Teamkollege und Torhüter Andreas Wolff sah das „sehr, sehr kritisch“, womit die Staatsaffäre beim weltgrößten Handball-Verband kurz vor dem WM-Start perfekt war. Kein böses Wort hört man aus den Kreisen des rot-weiß-roten Teams, vielmehr nur Lob für den Betreuerstab. „Ich kann nur erahnen, was hinter den Kulissen abläuft“, sagt Teamgoalie Bauer. Die Vorgaben für Testungen und Hygiene ändern sich mitunter täglich. „Nur ein kleiner Fehler, und du bist deine WM-Akkreditierung los. Dieser Druck muss wahnsinnig sein.“
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