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Wie clever und gnadenlos Katar den Weltsport einkauft21. Nov. 5:00

Wie clever und gnadenlos Katar den Weltsport einkauft

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In exakt einem Jahr wird die Fußball-WM eröffnet. Passend dazu, kreist an diesem symbolträchtigen Datum erstmals die Formel 1 im Emirat. Es ist nicht nur das schnelle Geld, das viele anlockt. Dieser Satz fällt selten: Die Formel 1 war langsam. 62 Jahre dauerte es, bis die wichtigste Rennserie der Welt einen Grand Prix von Katar veranstaltet hat. Dabei war die Königsklasse in diesem Jahrtausend alles andere als zurückhaltend bei ihrer Expansion. Südostasien, Mittlerer Osten oder Russland – wo andere Sportverbände länger zögerten mit einer Zusage, kratzte die Formel 1 längst die Kurve. Nur um Katar machten die Verantwortlichen, in erster Linie der nicht gerade als Philanthrop bekannte Bernie Ecclestone, stets einen Bogen. Am Sonntag ist es für Lewis Hamilton und Kollegen nun so weit (15 Uhr MEZ). Und wenn die Herren (Frauen nicht mitgemeint) aus Katar etwas angreifen im Weltsport, dann packen sie kräftig zu. Der Vertrag mit der Formel 1 läuft ab 2023 für satte zehn Jahre. Dieser Sonntag, der 21. November, markiert einen weiteren Höhepunkt in den Bestrebungen des Wüstenstaates, der Welt zu zeigen, wozu er im Stande ist. Doch das Datum hat nicht wegen der Formel 1 Symbolcharakter. In exakt einem Jahr wird in dem Land, kaum größer als Oberösterreich, die Fußball-WM angepfiffen. Erst dann blickt wirklich die gesamte Welt an den Persischen Golf. Alles, was davor geschah, diente als Test. Und Testmöglichkeiten gab es einige in den vergangenen 10 bis 15 Jahren. Kaum ein anderes Land der Welt kann im selben Zeitraum eine vergleichbar imposante Liste an Weltsportveranstaltungen vorlegen. An der Infrastruktur liegt es zunächst nicht unbedingt, dass Katar die Zuschläge für all diese prestigeträchtigen Events bekommt. „Das Einzige, was die haben, ist Geld“, sagte auch der spanische Leichtathletik-Boss einst, als sein Land den Bieterwettstreit um die WM 2019 verlor. Die Strategie des Emirs ist so simpel wie genial. Sie ködern die Verbände nicht nur mit der Veranstaltung an sich, sie knüpfen an die Bewerbung oft auch langfristige Zusatzengagements. Für den internationalen Leichtathletik-Verband gab’s zur WM 30 Millionen Dollar und den Bau Dutzender Anlagen in Entwicklungsländern obendrauf. Da fällt es schon etwas leichter, den Terminkalender an das katarische Klima anzupassen. Geschehen bei den Leichtathleten wie auch bei den Fußballern. 138 Milliarden Dollar soll die Fußball-WM am Ende Katar kosten. Es wird ein Spektakel, das so manchen (UEFA-Boss Michel Platini, FIFA-Chef Sepp Blatter) die Karriere gekostet hat. Für andere (Lionel Messi, Cristiano Ronaldo) könnte es der krönende Abschluss werden. Darin liegt eine Gefahr der umstrittenen Events und die Hoffnung der Gastgeber. Dass Weltklasse-Sport die vielen Schattenseiten ausleuchtet. Das nächste Objekt der Begierde hat man in Katar längst ausgemacht: Sommer-Olympia. 2016 und 2020 war man noch gescheitert. Doch wie sagte die damalige Kampagnen-Chefin: „Für Doha wird es immer nur eine Frage des
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