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Maulkorb für Tennisspielerin Peng Shuai? 25. Nov. 17:04

Maulkorb für Tennisspielerin Peng Shuai? "Zeit, den Mund zu halten"

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Für das IOC gibt es vor den Olympischen Spielen in Peking "Milliarden Dollar Gründe, die Peng-Shuai-Geschichte zu beenden". Eine kurze Episode? Ein kleiner Einschüchterungsversuch und alles ist wieder erledigt? Von Westen aus gesehen ist es schwer zu glauben, dass die Posse rund um Tennisspielerin Peng Shuai vorbei ist. Die 35-Jährige, die Anfang November in einem langen Social-Media-Beitrag Zhang Gaoli, einen hohen Politiker des Landes, einer jahrelangen aufgezwungenen Affäre bezichtigt hatte, war anschließend tagelang verschwunden. "Wo ist Peng Shuai" (#WhereIsPengShuai), fragte sich die (Tennis)-Welt online. Bis sich merkwürdige Lebenszeichen von ihr bei chinesischen Medien oder auf Social Media fanden. Ist jetzt alles wieder gut? Nein, sagen Beobachter der chinesischen Politik und Gesellschaft. "Peng ist verschwunden, wie viele andere in der Vergangenheit auch schon", erklärt Sinologin Susanne Weigelin-Schwiedrzik von der Universität Wien dem KURIER. Sie vergleicht Pengs Fall mit jenem von Jack Ma, dem Gründer der milliardenschweren Alibaba Group, der im Vorjahr öffentlich das chinesische Finanzwesen kritisiert hatte. Ende 2020 war er plötzlich – für drei Monate – unauffindbar. Viele Betroffene in ähnlichen Situationen sind dann vorübergehend in Gefangenschaft, in Hausarrest oder werden in andere Landesteile entführt, erklärt die Sinologin. Es heißt dann in China: "Die Partei kam, um mit dir zu sprechen." Nicht selten wird den Betroffenen dann eine Art Abkommen abverlangt: Man muss etwa unterschreiben, gewisse Dinge nicht an die Öffentlichkeit zu bringen. "Die Partei bzw. der Sicherheitsdienst legt dir ein Drehbuch vor, an das du dich zu halten hast", sagt Weigelin-Schwiedrzik. Danach werde man ständig beobachtet. "Auch wenn in den meisten der anderen Fälle die Betroffenen wieder freigelassen wurden, sind sie nach ihrem Verschwinden nicht frei." Auch Peng Shuai tauchte nach einigen Tagen wieder auf. So war sie etwa auf Videos beim Feiern in einem Restaurant zu sehen, oder in einem Video-Telefonat mit IOC-Präsident Thomas Bach.
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